Eschershäuser Wappen

Von den Neander­talern zu den Sachsen

Die Entwicklung der Bevölkerung im Weserbergland zwischen Ith, Hils und Solling
Christian Kaese, 2026

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Bilder von Menschen aus sieben verschiedenen, aufeinanderfolgenden Kulturen
Von links nach rechts:
Neandertaler, westeuropäischer Jäger und Sammler, frühe europäische Bäuerin (Linearbandkeramikerin), westlicher Steppenhirte (Schnurkeramiker), Urnenfeldermann, Jastorf-Frau, Cherusker, Sachse.
(KI-generiert, Microsoft Copilot 2026).

Einleitung

Dieser Artikel gibt einen Überblick über die bevölkerungsgeschichtliche Entwicklung des Weserberglandes nach dem aktuellen Forschungsstand (2026). Die Fortschritte der Genetik haben in den vergangenen Jahren das Wissen aus Geschichtswissenschaft, Archäologie und Linguistik wesentlich erweitert und präzisiert.

Die hier betrachtete Landschaft liegt im östlichen Weserbergland, im Raum der Mittelgebirge Ith, Hils, Vogler und Solling, heute im Landkreis Holzminden in Süd-Niedersachsen. Das Gebiet umfasst insbesondere die Ithbörde, eine fruchtbare Lössinsel am Rand der Höhenzüge, und die Hochebene Odfeld. In der Antike gehörte diese Region zum Siedlungsgebiet der Cherusker, im Mittelalter zu Altsachsen.

Die Entwicklungen, die hier beschrieben werden, gelten in ähnlicher Weise für den gesamten mittleren Weser-Leine-Raum sowie für die benachbarten Mittelgebirgslandschaften. Auch dort zeigen Archäologie und Genetik eine nahezu identische Abfolge kultureller und demografischer Prozesse.

Urpopulationen – Übersicht

Die Bevölkerung unserer Region entstand durch die drei folgenden Urpopulationen:

AbBevölkerungLebens­weiseWirt­schaftKultur
1Ab 9500 vor Christus (Früh­meso­lithikum – frühe Mittel­stein­zeit)West­euro­päische Jäger und Sammler (Western Hunter-Gatherer, WHG)NomadenJagen und Sammeln
2Ab 5200 vor Christus (Früh­neo­lithikum – frühe Jung­stein­zeit)Frühe euro­päische Bauern (Early Euro­pean Farmers, EEF)SesshaftAcker­bau und erste Nutz­tiereLinear­band­keramische Kultur
3Ab 2700 vor Christus (Spät­neo­lithikum – späte Jung­stein­zeit)Westliche Steppen­hirten (Western Steppe Herders, WSH)SesshaftVieh­wirt­schaft und Acker­bau; Reit­kultur und WagenSchnur­keramische Kultur

Paläolithikum/Altsteinzeit (bis etwa 9700 vor Christus)

Lange bevor die westeuropäischen Jäger und Sammler nach dem Ende der Weichsel-Kaltzeit in unsere Region gelangten, war das Weserbergland bereits von älteren Menschenarten bewohnt. Während der Altsteinzeit nutzten Neandertaler über viele Jahrtausende hinweg die Mittelgebirgslandschaften zwischen Harz, Solling und Weser als Jagd- und Aufenthaltsräume. Funde aus der Einhornhöhle im Harz, aus Lichtenberg sowie aus westfälischen Fundorten wie Warendorf oder bei Nieheim und Steinheim im Kreis Höxter belegen ihre Anwesenheit im Umfeld der Ithbörde eindeutig. Direkte Nachweise aus der Ithbörde selbst fehlen zwar, doch die geographische Lage zwischen Harz und Teutoburger Wald macht es sehr wahrscheinlich, dass auch dieses Gebiet in den Aktionsraum der Neandertaler einbezogen war.

Berühmt sind die ältesten erhaltenen Jagdwaffen der Welt: die rund 300 000 Jahre alten Schöninger Speere, die in Niedersachsen etwa 100 Kilometer von der Ithbörde entfernt gefunden wurden. Sie werden entweder dem Neandertaler oder dem Homo heidelbergensis zugeschrieben.

Neben den Schöninger Speeren gehören auch der Lehringer Speer (circa 120 000 Jahre), die Holzlanze von Lichtenberg (circa 90 000 Jahre) und der Neandertaler-Jagdplatz von Salzgitter‑Lebenstedt (circa 50 000 Jahre) zu den bedeutendsten alt- und mittelpaläolithischen Jagdfunden Norddeutschlands.

Ergänzend kommt die Einhornhöhle im Harz hinzu, die durch ihre außergewöhnlichen Funde – darunter Knochenwerkzeuge, Schneidgeräte, Jagdreste und vor allem Neandertaler-DNS – eine zentrale Rolle für die Erforschung der frühen Besiedlung des nördlichen Mittelgebirgsraums spielt. Die Höhle belegt, dass Neandertaler den Harzraum wiederholt aufsuchten und dort komplexe Tätigkeiten ausübten.

Eine detaillierte Quelle zu dieser Zeit ist die Veröffentlichung Westfalen in der Alt- und Mittelsteinzeit, von Michael Baales, Hans-Otto Pollmann und Bernhard Stapel, herausgegeben 2013 vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster.

Mit dem Eintreffen des modernen Menschen vor rund 40 000 Jahren setzte sich der Homo sapiens allmählich durch. Für das Weserbergland gibt es aus dieser frühen Zeit bislang keine eindeutigen Funde, doch im benachbarten Westfalen ist der moderne Mensch spätestens im Jungpaläolithikum nachweisbar. Diese frühen Gruppen verschwanden jedoch lange vor der Wiederbewaldung des Holozäns, sodass die späteren westeuropäischen Jäger und Sammler, die zwischen 9500 und 8000 vor Christus die Ithbörde erreichten, nicht die ersten Menschen der Region waren, wohl aber die ersten, die sich nach der Eiszeit dauerhaft in der neu entstandenen Waldlandschaft niederließen.

Während die südlichsten Gletschervorstöße der beiden vorhergehenden Eiszeiten noch bis an den Rand der Mittelgebirge reichten – und damit nur wenige Kilometer nördlich von Ith und Hils endeten –, blieb die Region während der letzten Eiszeit, der Weichsel-Kaltzeit, weitgehend unvergletschert. Die skandinavischen Eismassen kamen damals nur bis etwa an die Elbe und lagen damit rund 200 Kilometer nördlich der Ithbörde.

Das Gebiet zwischen Harz, Weserbergland und Leinebergland befand sich somit zwischen den nordischen und alpinen Gletscherschilden und bildete eine baumlose Tundrenlandschaft mit Permafrostboden, niedriger Vegetation und extremen jahreszeitlichen Schwankungen.

Mit dem Ende der Weichsel-Kaltzeit um 9700 vor Christus setzte eine rasche Erwärmung ein, die zu einer schnellen Wiederbewaldung der Landschaft führte – zunächst mit Birke und Kiefer, später mit Hasel, Eiche und Ulme.

Mesolithikum/Mittelsteinzeit (9500 bis 5200 vor Christus)

Jäger und Sammler

Die ersten modernen Menschen, die diese Landschaft nach der Eiszeit erreichten, waren die westeuropäischen Jäger und Sammler der Mittelsteinzeit. Sie nutzten die Region saisonal, ohne feste Siedlungen zu errichten. Sie folgten den jahreszeitlichen Wanderungen ihrer Beutetiere und lebten in kleinen, mobilen Gruppen. Bevorzugte Aufenthaltsräume waren die Randlagen des Sollings, die Wesertalauen sowie wasserreiche Übergangszonen zwischen Höhenzügen und Niederungen.

Ihre Vorfahren überlebten die letzte Eiszeit in mehreren wärmeren Rückzugsräumen Westeuropas – vor allem in den damals eisfreien Regionen der Iberischen Halbinsel, Südfrankreichs und Norditaliens, wo sie die Magdalénien- und Gravietten-Kultur entwickelten. Von dort breiteten sie sich nach dem Ende der Kaltzeit allmählich nach Norden und Osten aus. Sie gehen auf Menschengruppen zurück, die Europa bereits seit dem Jungpaläolithikum (jüngere Altsteinzeit) besiedelten. Wie alle heutigen nichtafrikanischen Populationen tragen sie einen geringen Anteil von etwa zwei bis drei Prozent Neandertaler-Erbgut.

Die Wirtschaftsweise des Jagen und Sammelns erlaubte in Norddeutschland nur eine sehr geringe Bevölkerungsdichte von etwa 0,03 bis 0,1 Menschen pro Quadratkilometer. Genetische Funde zeigen, dass diese frühen Gruppen meist dunkelhäutig, dunkelhaarig und häufig blauäugig waren. Bereits zwischen 9 500 und 8 000 vor Christus erreichten sie die Ithbörde – in der Zeit des Frühmesolithikums.

Neolithikum/Jungsteinzeit (5200 bis 2700 vor Christus)

Europäische Bauern

Um 9 500 vor Christus setzte im Vorderen Orient die neolithische Revolution ein. Im sogenannten Fruchtbaren Halbmond, der sich über Teile des heutigen Syriens, des Irak, der Südosttürkei und des westlichen Iran erstreckt, begannen Menschen, Pflanzen zu kultivieren und Tiere zu domestizieren. Mit Ackerbau und Viehhaltung entstanden Sesshaftigkeit, Vorratswirtschaft und komplexere soziale Strukturen. Die neue Wirtschaftsweise erlaubte deutlich höhere Bevölkerungsdichten von etwa ein bis drei Menschen pro Quadratkilometer, also ein Vielfaches der Jäger-und-Sammler-Gesellschaften.

Von dort aus verbreitete sich die Landwirtschaft über Anatolien nach Europa. Die anatolischen Bauern (nicht verwandt mit der heutigen türkischen Bevölkerung, die erst ab dem Jahr 1000 nach Anatolien einwanderte) breiteten sich entlang großer Flüsse wie der Donau aus und bevorzugten fruchtbare Lössböden. Die Ithbörde, ein Paradebeispiel für eine Lössinsel, wurde wahrscheinlich zwischen 5300 und 5100 vor Christus erreicht. Die Region war damit ein früher Korridor zwischen Weser und Leine.

Die frühen europäischen Bauern gehören zur Kultur der Linearbandkeramik, den Trägern des frühesten Neolithikums Mitteleuropas. Sie waren hellhäutig, dunkelhaarig, meist braunäugig und im Durchschnitt kleiner als die mesolithischen Jägergruppen.

Mit ihrem Eintreffen begann in unserer Region erstmals eine dauerhafte Besiedlung im eigentlichen Sinne. Während die mesolithischen Jäger und Sammler die Landschaft nur saisonal nutzten und keine festen Wohnplätze hinterließen, errichteten die neolithischen Bauern ständige Siedlungen, betrieben Ackerbau und hielten Haustiere. Sie waren damit die ersten Menschen, die die Ithbörde und das ganze Weserbergland dauerhaft bewohnten und gestalteten.

Der Nordwesten Niedersachsens, nördlich der Lössgrenze, wurde erst deutlich später neolithisiert, etwa 4200 bis 4100 vor Christus, als sich dort die Trichterbecherkultur entwickelte.

Über viele Jahrtausende existierten Jäger und Sammler sowie bäuerliche Gemeinschaften nebeneinander. Erst allmählich wurden die Jägergruppen durch die wachsenden bäuerlichen Gesellschaften verdrängt und absorbiert. In Norddeutschland hielten sich eigenständige Jäger-und-Sammler-Gruppen noch bis etwa 3000 vor Christus.

Spätneolithikum/Späte Jungsteinzeit und Übergang zur Metallzeit (2800 bis 2200 vor Christus)

Steppenhirten

Die dritte große Bevölkerungsgruppe Europas waren die westlichen Steppenhirten, deren Wurzeln in der Jamnaja-Kultur liegen, die in der weiten Grassteppe nördlich des Schwarzen und des Kaspischen Meeres entstand, der Urheimat der Indogermanen. Sie waren hellhäutig, hatten unterschiedliche Augenfarben und teilweise blonde Haare. Ihre Lebensweise beruhte auf Viehhaltung, dabei nutzten sie vor allem fermentierte Milchprodukte wie Käse und Sauermilch, die sich gut lagern und transportieren ließen. Mit Pferd und Wagen breiteten sie sich weit nach Westen aus.

Ihre nordeuropäische Ausprägung war die Schnurkeramikkultur, die um 2700 vor Christus auch die Ithbörde erreichte und seitdem die kulturelle Entwicklung in unserem Gebiet bestimmte. Unsere Sprache geht auf diese indogermanischen Steppenhirten zurück.

Entstehung der europäischen Bevölkerung

Mit dem Zusammentreffen dieser drei Bevölkerungsgruppen – westeuropäische Jäger und Sammler, frühe europäische Bauern und westliche Steppenhirten – entstand die genetische Grundlage der heutigen Bevölkerung Europas. Die Vermischung verlief allerdings nicht gleichmäßig: Die Steppenmigration wurde überwiegend von männlichen Linien getragen, während die genetischen Beiträge der Jäger und Bauern stärker über mütterliche Linien erhalten blieben. Ein Grund dafür war, dass sich männliche Einwanderer, beziehungsweise Sieger bei kriegerischen Auseinandersetzungen, Frauen der unterlegenen Völkern nahmen. Eine gemeinsame Kultur bildete sich durch die Vermischung heraus.

Seit dem Ende der Steinzeit veränderte sich die genetische Zusammensetzung Mitteleuropas nur noch durch Wanderbewegungen, Handel und die Vermischung lokaler Gruppen. Eine neue genetische Komponente kam zu den drei Urpopulationen nicht mehr hinzu. Die germanischen Stämme – etwa Chauken, Angrivarier und Cherusker – gingen aus diesen frühen Bevölkerungen hervor. Die Völkerwanderung der Spätantike berührte Altsachsen kaum; auch die Hunnen hinterließen in Norddeutschland keine nennenswerten Spuren.

Bronzezeit (2200 bis 800 vor Christus)

Um 2200 vor Christus endete mit dem ersten Auftreten von Bronzeobjekten die Steinzeit. Die Weser war dabei ein Handelsweg für Bronze aus Mitteldeutschland.

Anders als in Süddeutschland gab im Weserbergland und in ganz Norddeutschland praktisch keine Kupferzeit; die Region trat daher direkt vom Spätneolithikum in die Frühbronzezeit ein, bedingt durch die große Entfernung zu den Kupferzentren Europas.

In der frühen Bronzezeit (bis etwa 1600 vor Christus) gehen die schnurkeramischen Gemeinschaften im Weserbergland in regionale Einzelgrabgruppen über; Glockenbechereinflüsse sind nur randlich nachweisbar. Die Bevölkerung wird sesshafter, und die Siedlungen stabilisieren sich. Neue Bevölkerungsgruppen treten nicht hinzu; die genetische Mischung aus westeuropäischen Jägern und Sammlern, frühen europäischen Bauern und westlichen Steppenhirten setzt sich endgültig durch.

Unsere Region lag im Einflussbereich der Aunjetitzer Kultur, ohne selbst zu deren Gebiet zu gehören. Diese Kultur, die zwischen etwa 2300 bis 1600 vor Christus in Mitteldeutschland, Böhmen, Mähren und Schlesien verbreitet war, gilt als führende Frühbronzezeitkultur Mitteleuropas. Sie zeichnete sich durch frühe Bronzeverarbeitung, große Fürstengräber, weitreichende Handelsnetze, ausgeprägte soziale Hierarchien und charakteristische Flachgräber aus. Die frühe Bronzezeit im Weserbergland wurde vor allem indirekt von Aunjetitz geprägt; Metallformen, Schmucktypen und einzelne Bestattungssitten gelangten über die Leine- und Weserroute in unsere Region. Ein herausragendes Zeugnis dieser Kultur ist die Himmelscheibe von Nebra. In der Rothesteinhöhle im Ith bei Eschershausen wurden zudem die westlichsten Funde der Aunjetitzer Kultur entdeckt – ein Hinweis auf die Reichweite ihrer Handels- und Kontaktsphären.

Im Übergang von der Bronzezeit zur Eisenzeit (1300 bis 500 vor Christus) entsteht eine weitgehend einheitliche materielle Kultur in Mitteleuropa, die Urnenfelderkultur, mit ähnlichen Siedlungsformen, Bestattungsriten, Waffen- und Schmuckformen sowie einer vergleichbaren Wirtschaftsweise.

Eisenzeit (800 vor Christus bis 0)

Die Eisenzeit in Mitteleuropa und Norddeutschland beginnt um 800 vor Christus. Ab etwa 600 vor Christus folgt die Jastorfkultur, die direkte archäologische Vorstufe der späteren germanischen Stämme und wichtigste Kultur der vorrömischen Eisenzeit in Norddeutschland. Die Jastorfkultur breitete sich über ihr Kerngebiet in Nordost-Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Teilen Mecklenburgs bis in den Harz und den Weser-Raum aus.

Im Leine-Weser-Raum ist die Nienburger Gruppe (auch Harpstedt-Nienburger Gruppe) die lokale Ausprägung der Jastorfkultur. Sie lag südlich der Aller-Weser-Linie und erstreckte sich bis in den Mittelgebirgsraum, einschließlich Solling und Ith. Über die Weser gab es intensive Kontakte zur Hallstattkultur (südlichere eisenzeitliche Kultur). Viele Hallstatt-Funde im Gebiet der mittleren Weser zeugen davon, dass hier Technologien (zum Beispiel Eisenverarbeitung) vermittelt wurden. Es wird angenommen, dass die Jastorf-Kultur die Keimzelle der germanischen Sprachen bildete.

Genetisch bleibt die Bevölkerung in dieser Zeit stabil.

Wohl im ersten Jahrhundert vor Christus entstehen die Cherusker durch lokale Stammesbildung aus der Jastorf-Bevölkerung, beziehungsweise der Nienburger Gruppe. Sie bilden eine regionale Identität, grenzen sich von den Nachbarn (Angrivarier, Chauken, Brukterer) ab und gehen politische Bündnisse ein. Sie sind direkte Nachfahren der Bevölkerung, die seit der Schnurkeramikzeit im Weserbergland lebt. Ihr Siedlungsgebiet liegt beiderseits der Oberweser, an der Leine und im Harzvorland, also genau im Gebiet der früheren schnurkeramischen und bronzezeitlichen Gruppen. Die Ithbörde lag im Kernland der Cherusker.

Römische Kaiserzeit (1. bis 4. Jahrhundert nach Christus)

Während die meisten germanischen Stämme zur römischen Kaiserzeit aus dem Dunkel der Vorgeschichte hervortreten, werden die Cherusker bereits in Caesars De bello Gallico (etwa 51 vor Christus) erstmals erwähnt.

In den fast dreißig Jahre währenden Germanenkriegen unter Kaiser Augustus von 12 vor Christus bis 16 nach Christus traten sie als führender Stamm im freien Germanien hervor. Unter ihrem Fürstensohn Arminius schlossen sich mehrere benachbarte Gruppen – vor allem Brukterer, Marsen und Chatten, vermutlich auch Angrivarier und Chauken – zu einem Bündnis gegen die römische Expansion zusammen. In der Schlacht im Teutoburger Wald im Jahr 9 nach Christus erlitten die Römer eine vernichtende Niederlage, die den Wendepunkt des Konflikts markierte. Sie beendete jedoch nicht die Auseinandersetzungen: In den folgenden Jahren führten die Römer unter Germanicus weitere groß angelegte Feldzüge durch, bevor sie 16 nach Christus endgültig ihre Eroberungspolitik östlich des Rheins aufgeben mussten. Mit diesem Sieg verhinderten die Cherusker und ihre Verbündeten die Eingliederung des freien Germanien in das Römische Reich.

Während der Germanenkriege lag das Weserbergland im Kernraum des Geschehens. Die Weser war eine Operationslinie der Römer; Feldzüge führten wiederholt bis an die Weser und teilweise darüber hinaus. Drusus und Tiberius überschritten den Fluss, Varus unterhielt sein Sommerlager wahrscheinlich an der Weser, und auch Germanicus führte seine Truppen mehrfach über den Strom.

Die Schlacht bei Idistaviso im Jahr 16 nach Christus fand in einer Niederung an der Weser statt und gehörte zu den größten Gefechten der Germanenkriege. In diesem Zusammenhang berichtet Tacitus von dem berühmten Wortwechsel zwischen dem germanischen Freiheitshelden Arminius und seinem verfeindeten Bruder, dem römischen Offizier Flavus, welcher über den Fluss hinweg stattfand. Die römische Präsenz östlich der Weser blieb allerdings vorübergehend. Es entstanden keine dauerhaften Militärlager, sondern lediglich Marschlager, die nach dem Abzug der Truppen wieder aufgegeben wurden.

In den Jahrhunderten nach den römischen Feldzügen veränderte sich die Stammeslandschaft im nördlichen Mitteleuropa grundlegend. Nach Tacitus (Germania, 36) begann der Niedergang der Cherusker mit einer übersteigerten Friedensliebe und wurde durch ihre Niederlage um das Jahr 88 im Krieg gegen ihre südlichen Nachbarn, die im heutigen Hessen siedelnden Chatten, vollendet.

Die Cherusker verschwanden zwar als eigenständige politische Einheit, gingen jedoch nicht unter, sondern bildeten zusammen mit den Angrivariern an der Mittelweser und den Chauken an der Unterweser einen der drei wesentlichen Kernstämme, aus denen sich in der Spätantike der Stammesverband der Sachsen formte. Dieser neue Verband der Sachsen knüpfte an ältere Traditionen an, entwickelte jedoch zugleich eine eigene Identität, die das frühe Mittelalter Norddeutschlands prägen sollte.

Völkerwanderungszeit und Altsachsen (5. bis 8. Jahrhundert)

Im vierten und fünften Jahrhundert wanderten küstennahe sächsische Gruppen nach England aus und bildeten dort die Angelsachsen. Die Ankunft der Sachsen (adventus saxonum) wird traditionell auf das Jahr 411 datiert, unmittelbar nach dem Zusammenbruch der römischen Herrschaft in Britannien im Jahr 410. Während im Westen das Römische Reich unter dem Ansturm wandernder Völker zusammenbrach – sichtbar im Rheinübergang germanischer Gruppen am 31. Dezember 406 und in der gotischen Plünderung Roms im Jahr 410, rund 800 Jahre nach der letzten Einnahme der Stadt – blieb das Weserbergland von diesen Erschütterungen weitgehend unberührt.

Die auf dem Festland verbliebenen Sachsen bewahrten eine stabile, eigenständige germanische Ordnung, standen nie unter einem gemeinsamen König und entwickelten sich ohne tiefgreifende äußere Eingriffe weiter. Volk und Land gliederten sich in die drei Teilstämme Westfalen, Engern und Ostfalen. Die Grenze zwischen Ostfalen und dem zentralen Engern verlief quer durch die Ithbörde. Die späteren karolingischen Gaue bildeten diese Grenze nach: Der Tilithigau mit Dielmissen, Kirchbrak und Holenberg gehörte zu Engern, der Gudingau mit dem Untergau Wikanafeld samt Lüerdissen, Oelkassen, Eschershausen und Amelungsborn zu Ostfalen.

Im 8. Jahrhundert stießen die Franken, ein westgermanisches Volk, das seit dem 5. Jahrhundert das ehemalige römische Gallien beherrschte und damit den Grundstein des späteren Frankreich legte, zunehmend nach Osten vor. Unter ihrem Hausmeier Karl Martell und seinen Söhnen führten sie wiederholt Feldzüge gegen die heidnischen Sachsen. Die fränkisch-sächsische wie auch die thüringisch-sächsische Grenze wurden durch Burgen und Grenzbefestigungen gesichert. Schriftliche Überlieferungen stammen fast ausschließlich aus fränkischer Hand, da die Sachsen zu dieser Zeit noch keine Schriftkultur besaßen.

Im Jahr 772 leitete Karl der Große den fränkischen Eroberungskrieg gegen die Sachsen ein, der sich über fast drei Jahrzehnte erstrecken sollte. Zum ersten Mal geriet damit das gesamte sächsische Gebiet unter die Gewalt einer äußeren Macht, nachdem es über lange Zeit eine eigenständige politische und religiöse Ordnung bewahrt hatte.

Die Sachsenkriege Karls des Großen von 772 bis 804 gehören zu den langwierigsten Auseinandersetzungen des frühen Mittelalters. Sie begannen mit einem gezielten Angriff auf das religiöse Zentrum der Sachsen: Karl ließ im Jahr 772 die Irminsul zerstören, ein bedeutendes Heiligtum, das als Sinnbild der sächsischen Weltordnung galt. Die Quellen verorten sie in der Nähe der Eresburg bei Marsberg, vermutlich auf dem Obermarsberg; alternative Lokalisierungen wie die Hohensyburg, die Iburg bei Bad Driburg oder die Externsteine werden in der Forschung diskutiert, besitzen jedoch geringere Wahrscheinlichkeit. Die Zerstörung dieses Heiligtums markierte den Auftakt eines Konflikts, der sich über fast drei Jahrzehnte hinziehen sollte.

In den folgenden Jahren wechselten sich fränkische Feldzüge und sächsische Aufstände in rascher Folge ab. Die Franken sicherten ihre Grenzen durch Burgen und Stützpunkte, während die Sachsen immer wieder versuchten, verlorene Gebiete zurückzugewinnen. Das Weserbergland und die Ithbörde lagen dabei im Durchzugsraum der fränkischen Heere und bildeten eine Kontaktzone zwischen den sächsischen Teilstämmen und den fränkischen Machtbereichen. Die Kriegsjahre waren von einem ständigen Wechsel der Lage geprägt: kurzfristige Unterwerfungen, erneute Erhebungen, fränkische Strafexpeditionen und zeitweilige Rückzüge bestimmten den Verlauf. Die zentrale Gestalt des sächsischen Widerstands war der Westfale Widukind, Herzog der Sachsen. Er entzog sich mehrfach der fränkischen Gewalt, suchte zeitweise Zuflucht bei den Dänen und wurde zum Symbol der sächsischen Eigenständigkeit. Erst 785 ergab er sich Karl dem Großen und ließ sich taufen, was einen vorläufigen Frieden brachte. Dennoch kam es in den folgenden Jahren erneut zu Aufständen, bis die fränkische Herrschaft schließlich durchgesetzt war und das sächsische Gebiet in das Reich eingegliedert wurde.

Mit der politischen Unterwerfung setzte eine systematische Christianisierung ein. Entlang der Weser entstanden Kirchen und Missionsstationen, zunächst wurde 815 das kurzlebige Kloster Hethis gegründet, bevor 822 mit Corvey das dauerhafte geistliche Zentrum der Region entstand. Die Lage des Klosters Hethis wird im Solling vermutet, ist aber auch bei den Externsteinen möglich.

Die fränkische Herrschaftsordnung wurde eingeführt, das Land in Grafschaften gegliedert und in das fränkische Rechtssystem eingebunden. Damit endete die lange Phase der sächsischen Eigenständigkeit, zu der auch die Ithbörde gehörte, die im Grenzbereich zwischen Engern und Ostfalen lag. Mit Christanisierung und langsam einsetzender Schriftkultur endet in unserem Gebiet die Frühgeschichte.

Trotz der Härte der Auseinandersetzungen zeigen archäologische Befunde im Weserbergland jedoch keine demografischen Brüche. Weder lassen sich Bevölkerungsrückgänge noch Siedlungsabbrüche oder Einwanderungen neuer Gruppen nachweisen. Die Bevölkerung blieb stabil, und die Siedlungsstrukturen setzten sich kontinuierlich fort. Die Sachsenkriege veränderten daher vor allem die politische und religiöse Ordnung, nicht aber die Zusammensetzung der Menschen, die in unserer Region lebten.

Für das Gebiet um Eschershausen wird vermutet, dass Karl der Große im Jahr 775, nach seinem Sieg am Brunsberg bei Höxter, auf seinem Zug zur Oker durch diese Region gezogen ist. Der Kirchenpatron der Eschershäuser Kirche, der fränkische Nationalheilige St. Martin, deutet zudem auf eine frühe Einbindung des Ortes in die fränkische Herrschafts- und Kirchenorganisation hin. Auch das Grundwort des Ortsnamens, „‑hausen“, stammt aus der Phase der fränkischen Binnenkolonisation und der kirchlichen Neuordnung des Landes. Dabei handelt es sich jedoch nicht um fränkische Siedlergründungen im eigentlichen Sinn, sondern um die Benennung und rechtliche Fassung bereits bestehender Höfe und kleiner Siedlungen, die unter fränkischer Verwaltung erfasst, strukturiert und kirchlich organisiert wurden. Viele „‑hausen“-Orte entstanden in dieser Zeit der Neuordnung, meist zwischen dem 7. und 9. Jahrhundert, und markieren häufig Einzelhöfe oder kleine Weiler, die unter fränkischer Herrschaft erstmals namentlich greifbar werden. Das Bestimmungswort des Ortsnamens Eschershausen wird heute als „Askiger“ gelesen und stammt wohl von den beiden altsächsischen Worten „asc“ (Esche) und „ger“ (Speer) ab.

Fazit

Die Bevölkerung des Weserberglandes entwickelte sich in einer durchgehenden Linie von mesolithischen Jägern über neolithische Bauern und indogermanische Steppenhirten hin zu bronze- und eisenzeitlichen Gruppen, aus denen sich die Cherusker und später die Sachsen formten – ohne erkennbare Bevölkerungsbrüche.

Genetische Anteile

Genetische Anteile in der heutigen Bevölkerung (Weserbergland / Norddeutschland):

  1. WHG – Westeuropäische Jäger und Sammler

    ≈ 35 bis 40 %
    überlebt vor allem über mütterliche Linien (Mitochondriale DNS U5, U4)
    typisch für ganz Nordeuropa
    Anteil in Norddeutschland etwas höher als in Süddeutschland

  2. EEF – Frühe europäische Bauern (Anatolische Bauern/Linearbandkeramik)

    ≈ 30 bis 40 %
    stärkster Anteil über mütterliche Linien (Mitochondriale DNS N1a; Y-Chromosom G2a)
    entspricht dem Muster aller mitteleuropäischen Populationen
    im Lössgebiet (Ithbörde) etwas höher als im norddeutschen Tiefland

  3. WSH – Westliche Steppenhirten (Jamnaja/Schnurkeramik/Indogermanen)

    ≈ 20 bis 35 %
    dominiert die väterlichen Linien (Y-Chromosom R1a, R1b)
    prägt Körpergröße, Laktosetoleranz, viele indogermanische Sprachmerkmale
    im Weserbergland besonders stark, weil die Schnurkeramik hier früh und dicht vertreten war


Genanteile der westeuropäischen Jäger und Sammler
Genetische Anteile der westeuropäischen Jäger und Sammler an heutigen Bevölkerungen.
Quelle: Eupedia, Distribution maps of autosomal admixtures in Europe, the Middle East and North Africa. 2026.
Genanteile der frühen europäischen Bauern
Genetische Anteile der frühen europäischen Bauern an heutigen Bevölkerungen.
Quelle: Eupedia, Distribution maps of autosomal admixtures in Europe, the Middle East and North Africa. 2026.
Genanteile der westlichen Steppenhirten
Genetische Anteile der westlichen Steppenhirten an heutigen Bevölkerungen.
Quelle: Carl Kaese, 2026.

Fünf Jahrtausende ohne Bruch

Die heutige Bevölkerung des Weserberglandes besteht genetisch zu etwa 35 bis 40 Prozent aus westlichen Steppenhirten, zu 30 bis 40 Prozent aus frühen europäischen Bauern und zu 20 bis 35 Prozent aus westeuropäischen Jägern und Sammlern.

Diese Zusammensetzung ist seit der Bronzezeit stabil und bildet die genetische Grundlage der späteren Cherusker und Sachsen.

Nach der Bronzezeit kam es zu keinen größeren Einwanderungen: Die Bevölkerung entwickelte sich über die Schnurkeramikkultur, die Einzelgrabkultur, die Urnenfelderkultur und die Jastorfkultur kontinuierlich weiter – bis zu den Cheruskern und schließlich den Sachsen, ohne erkennbare Unterbrechung oder Austausch.

Weder die römische Expansion östlich des Rheins noch die Völkerwanderungszeit führten zu nennenswerten genetischen Veränderungen, und selbst die Sachsenkriege Karls des Großen blieben zwar politisch und religiös tiefgreifend, genetisch jedoch folgenlos.

Damit zählt das Weserbergland mit großen Teilen des heutigen Niedersachsens wohl zu den kontinuitätsstarken Regionen Europas – Gebiete, in dem sich die Bevölkerung über fast fünf Jahrtausende in ihrer genetischen Grundstruktur erhalten hat. Bemerkenswert ist, dass unsere Region im Herzen Mitteleuropas liegt, wo viele Gebiete durch Bronzezeit, Römer, Völkerwanderung und Mittelalter deutliche Bevölkerungswechsel erlebten.

Aufsehen erregten die Knochenfunde aus der Lichtensteinhöhle bei Osterode am Harz (etwa fünfzig Kilometer von der Ithbörde entfernt), welche erstmals im Jahr 2000 genetisch untersucht wurden. Die Forschungsergebnisse ergaben, das es sich um die Grabstätte einer Sippe aus der Urnenfelderkultur vor rund 3000 Jahren handelte.
Später konnte man feststellen, dass beispielsweise mit den Angehörigen der Familien Huchthausen und Lange noch heute direkte Nachfahren der Verstorbenen in Sichtweite des Lichtensteins leben, was auf eine über 120 Generationen währende Familienkontinuität hinweist. Die genetischen Analysen wurden unter Leitung von Prof. Dr. Bernd Herrmann und Dr. Susanne Hummel (beide Universität Göttingen) durchgeführt. In der Presse wurde dies unter Schlagzeilen berichtet wie „Die älteste Familie der Welt kommt aus Niedersachsen“ oder „Die längste Stammbaumlinie der Welt“ (siehe unter anderem hier, hier, hier, hier, hier).



Übersicht der Urpopulationen und genetischen Anteile
KI-generiert (Microsoft Copilot 2026)

Zeitleiste

Zeitübersicht: Bevölkerung, Kulturen und Merkmale im Weserbergland
Jahr / Zeitraum Zeitalter Population Kultur Merkmale der Kultur / Zeit
Ab 600 000 vor Christus Alt­paläo­lithikum/frühe Alt­steinzeit und Mittel­paläo­lithikum/mittlere Alt­steinzeit Neander­taler, evtl. Homo heidel­bergensis Jagd mit Holzspeeren; Nutzung von Höhlen (Einhornhöhle im Harz); mobile Jägergruppen im Mittel­gebirgsraum
Ab 40 000 vor Christus Jung­paläo­lithikum/jüngere Alt­steinzeit Homo sapiens (frühe moderne Menschen) Frühe Anwesenheit moderner Menschen, welche sich durch die einsetzende Eiszeit (Weichsel-Kaltzeit) in der baumlosen Tundren­landschaft mit Permafrost nicht halten können; ab 9 700 vor Christus rasche Erwärmung und Wieder­bewaldung
Ab 9 500 vor Christus Meso­lithikum/Mittel­steinzeit West­europäische Jäger und Sammler (WHG) Erreichen der Ithbörde, erste dauerhafte Nutzung der neu bewaldeten Landschaft nach der Eiszeit, nomadische Lebens­weise und saisonale Nutzung der Landschaft; sehr geringe Bevölkerungs­dichte
Ab 5 200 vor Christus Früh­neo­lithikum/frühe Jung­steinzeit Frühe euro­päische Bauern (EEF) Linear­band­keramik Einwanderung anatolischer Bauern über Fluss­systeme und Löss­gebiete, Aus­breitung der Land­wirtschaft (neo­lithische Revo­lution), erste dauer­hafte Siedlungen, teil­weise Fort­bestehen eigen­ständiger Jäger-und-Sammler-Gruppen, welche bis etwa 3000 vor Christus assimiliert werden
Ab 2 700 vor Christus Spät­neo­lithikum/späte Jung­steinzeit und Übergang zur Metall­zeit Westliche Steppen­hirten (WSH) Schnur­keramik­kultur (aus Jamnaja-Tradition) Einwanderung indo­germanischer Steppen­hirten mit Vieh­wirt­schaft, Pferd und Wagen; Ahnen­kult und Krieger­ethos; Grundlage der späteren indo­germanischen Sprachen
Ab 2 200 vor Christus. Früh­bronzezeit Nach­fahren der Jäger und Sammler, frühen Bauern und Steppen­hirten Regionale Einzel­grabgruppen Beginn der Bronze­zeit im Weser­bergland; direkte Bronze­importe über Weser; dauer­haftere Siedlungen; Einflüsse der südöst­licheren Aunjetitz-Kultur (Metall­formen, Schmuck, Bestattungen) mit Funden in der Rothestein­höhle im Ith
Ab 1 300 vor Christus Spät­bronzezeit und Übergang zur Eisen­zeit Stabile bronze­zeitliche Bevölkerung Urnen­felder­kultur Weitgehend einheit­liche materielle Kultur Mittel­europas; Brand­bestattungen mit Urnen­feldern; ähnliche Siedlungs­formen, Waffen- und Schmucktypen
Ab 800 vor Christus Vor­römische Eisenz­eit Vor­römische germanische Bevöl­kerung Jastorf­kultur (Nien­burger Gruppe im Leine-Weser-Raum) Bildung der Jastorf­kultur ab etwa 600 vor Christus mit der Nien­burger Gruppe als lokale Ausprägung; Keimzelle der germanischen Sprachen; intensive Kontakte zur südlicheren Hallstatt­kultur
Ab 100 vor Christus Späte vor­römische Eisen­zeit Cherusker (Stammes­bildung) Aus Jastorf-/Nien­burger Bevölkerung hervorgegangen Regionale Stammes­bildung; Abgrenzung von Angri­variern, Chauken, Brukterern; Ithbörde im Kernland der Cherusker
Ab Christi Geburt Römische Kaiser­zeit Cherusker Frühe germanische Stammes­verbände Germanen­kriege unter Augustus (12 vor bis 16 nach Christus); Arminius und Schlacht im Teutoburger Wald; römische Feldzüge bis an und über die Weser
400 bis 800 nach Christus Völker­wanderungs­zeit und Früh­mittel­alter Sachsen Alt­sachsen; Stammes­verband der Sachsen Aus Cheruskern, Angri­variern und Chauken gebildeter sächsischer Stammes­verband; Aus­wanderung nach Britannien (Angel­sachsen); im Weser­bergland relative Kontinuität; Gliederung in West­falen, Engern, Ostfalen; fränkisch-sächsische Konflikte und Sachsen­kriege Karls des Großen (772 bis 804)